Warum werden die beiden Systeme verwechselt?
In den letzten Monaten tauchte immer wieder dieselbe Frage in verschiedenen Variationen von Kunden und Partnern auf: „Seit wann ist die elektronische CMR verpflichtend?“ Die Frage selbst ist falsch formuliert, und genau das führt zu Verwirrung.
Man verwechselt zwei völlig unterschiedliche Systeme: die e-CMR, ein digitales Transportdokument, das zwischen privaten Parteien zirkuliert, und RO e-Transport, ein von der ANAF verwaltetes System zur Steuerüberwachung. Diese Verwirrung kostet Geld, da Unternehmensressourcen falsch eingesetzt werden – Zeit und Budget werden investiert, obwohl keine Sanktionen drohen, während das eigentliche Risiko ungelöst bleibt.
e-CMR vs RO e-Transport – Direkter Vergleich
| Kriterium | e-CMR | EN e-Transport |
|---|---|---|
| Administrator | Privatpersonen (Spediteur, Versender) | Strudel |
| Rechtsstatus im Jahr 2026 | optional | Verpflichtend ab dem 1. Januar 2026 |
| Umfang | Digitales Transportdokument | Finanzüberwachung |
| Rechtsrahmen | e-CMR-Protokoll (2019) + eFTI-Verordnung 2020/1056 | OPANAF 802/2022 |
| Strafe bei Nichteinhaltung | Noch keine Sanktionen | Geldstrafe 20.000 - 100.000 Lei + Risiko der Einziehung |
| Relevanter Begriff | 9. Juli 2027 (obligatorische Annahme durch die Behörden) | bereits in Kraft |
Die echte elektronische CMR ist noch nicht verpflichtend.
Rumänien trat dem Protokoll für elektronische Frachtbriefe (e-CMR) im Jahr 2019 bei, doch bis Juli 2026 ist dessen tatsächliche Nutzung auf dem rumänischen Markt minimal. Es gibt keine funktionierende nationale e-CMR-Plattform und keine gesetzliche Verpflichtung, die Abschaffung des Papierdokuments zu erzwingen.
Auf europäischer Ebene legt die eFTI-Verordnung (2020/1056) einen klaren Zeitplan fest: Ab Januar 2026 können digitale Plattformen mit den Vorbereitungen für den Betrieb beginnen, doch erst ab dem 9. Juli 2027 sind die Behörden der Mitgliedstaaten verpflichtet, Transportdokumente in elektronischer Form zu akzeptieren. Die Europäische Kommission wird erst 2029 prüfen, ob eine vollständige Verpflichtung für die gesamte Branche eingeführt werden soll.
Daher ist es vergeblich, in diesem Jahr auf eine Einführung der e-CMR-Pflicht zu warten – bisher gibt es keine entsprechende Regelung. Das Papier-CMR in 3 Originalausfertigungen bleibt das rechtsgültige Dokument.
RO e-Transport: Hier sind die Sanktionen real
RO e-Transport, verwaltet von der ANAF, ist ab dem 1. Januar 2026 für den Transport von Gütern mit hohem Steuerrisiko und für internationale Transporte verpflichtend.
Das System ist einfach zu beschreiben, aber streng in der Umsetzung: Für jeden Transport wird über die ANAF-Plattform ein UIT-Code generiert, an den Spediteur übermittelt und vom Fahrer zu Beginn der Fahrt in die mobile App eingegeben. Ohne den bei der Kontrolle vorgelegten UIT-Code ist der Transport illegal.
Die Strafe für das Nichtvorlegen des UIT-Codes beträgt 20.000 bis 100.000 Lei. In schwerwiegenderen Fällen kann dies zur Beschlagnahme des Wertes der nicht deklarierten Waren führen.
Da es sich um ein relativ neues System handelt, hat die UNTRR bereits technische Probleme gemeldet: Die mobile App stürzt bei fehlendem GPS- oder GSM-Signal ab, es gibt Widersprüche zwischen offiziellen Richtlinien und Gesetzen, und häufige Situationen in der Praxis – wie der Wechsel von Anhängern unterwegs – sind noch nicht klar geregelt.
Wie hoch sind die tatsächlichen Kosten der Verwirrung zwischen den beiden Systemen?
Wenn sich ein Unternehmen auf e-CMR vorbereitet und RO e-Transport ignoriert, besteht das tatsächliche Risiko einer Geldstrafe zwischen 20.000 und 100.000 Lei für einen einzigen nicht ordnungsgemäßen Transport, zuzüglich der Gefahr der Warenbeschlagnahme. Legt man hingegen Priorität auf RO e-Transport und verschiebt e-CMR auf später, entsteht kein Verlust – da die Nichtnutzung von e-CMR weiterhin keine Sanktionen nach sich zieht.
Dies bedeutet nicht, dass die Digitalisierung ignoriert werden sollte, sondern dass Ressourcen – Zeit, Budget, Mitarbeiterschulungen – entsprechend dem tatsächlichen Risiko und nicht nach der Reihenfolge der in der Branche geltenden Bestimmungen verteilt werden sollten.
Unternehmen, die sich frühzeitig, vor dem 1. Januar, bei SPV registriert und ihre Fahrer geschult haben, kamen unauffällig durch den ersten Anwendungsmonat. Diejenigen, die bis zur letzten Woche warteten, hatten mit Staus, zur Klärung angehaltenen Lkw und in einigen Fällen mit Geldstrafen zu kämpfen, die durch zwei Tage Vorbereitung hätten vermieden werden können.
